Julcamarca
Die Schule bemüht sich seit einigen Jahren im Rahmen einer Partnerschaft um die staatlichen Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Grundschule, Sekundarschule) in der kleinen Gemeinde Julcamarca im andinen Hochland zwischen Ayacucho und Huancavelica. Terrorismus und klimatische Benachteiligung haben hier in den vergangen Jahren zu einer starken Landflucht geführt. Die zurückgebliebenen Familien leben oft am Rande des Existenzminimums. Harte Lebensbedingungen und das Gefühl vergessen zu werden, daneben aber auch kultureller und landschaftlicher Reichtum prägen eine Lebenswirklichkeit, die den meisten Schülern in Lima fremd ist.
Die Not zu lindern ist daher nur ein Teil des Projektes Julcamarca. Was mit materieller Unterstützung und weihnachtlichen Spendenaktionen begann, hat sich mittlerweile zu einer Schulbegegnung über soziale und kulturelle Grenzen hinweg entwickelt. Auf wechselseitige Besuche von Lehrern und Schulleitern im Jahr 2004 folgte im August 2005 die Begründung eines Briefwechsels zwischen Schülern der beiden Schulen. Da Julcamarca noch nicht über einen Anschluss ans Internet verfügt, kommt hier die alte Kunst des Briefschreibens noch einmal zu Ehren, wenn es darum geht, dass sich Schüler beider Schulen näher kommen und einander besser kennen lernen. Das Interesse der Schüler war auf beiden Seiten von Anfang an hoch. Bis Weihnachten 2005 wuchs die Zahl der Brieffreundschaften auf 70 an. 2006 fand erstmals eine Schülerbegegnung in Lima/Huampaní statt, bei der mehr als 40 Schüler aus beiden Orten gemeinsam Alltag und Lebenswelt der Limeños erkundeten. Ein ebenfalls erfolgreicher Gegenbesuch in Julcamarca folgte im Juli 2006. Ziel dieser Begegnungen ist es, den Schülern beider Schulen die Vielfalt und den kulturellen und landschaftlichen Reichtum Perus nahe zu bringen, damit sie das Eigene und das Fremde in seinem Wert erkennen und schätzen lernen.