Finanzielle Förderung durch die Studienstiftung

Mein erstes Semester an der Uni hatte längst schon begonnen. Ich befand mich zwischen Lehrbüchern der Anatomie und mündlichen Prüfungen, die zu jener Zeit mein ganzes Leben in Anspruch nahmen. Und plötzlich bekam ich einen Brief: Eine Einladung, ein ganzes Wochenende in einer Jugendherberge in Speyer mit Studenten vieler anderer Unis zu verbringen. Das klang super, war aber kein gewöhnliches Wochenende; es war ein Auswahlseminar der Studienstiftung des deutschen Volkes. Diese Stiftung fördert deutsche Studenten, die, außer guter Noten, auch einen weiten Horizont und soziales Engagement zeigen. Meine Schule, die Humboldtschule in Lima, hatte mich nach meinem Abitur vorgeschlagen. Ich sollte aber noch gemäß meiner Teilnahme an diesem Auswahlwochenende bewertet werden.

Als Vorbereitung für das Auswahlwochenende sollte man ein kurzes Referat über ein Thema des eigenen Interessensgebiets ausarbeiten. Nach langem Überlegen und Wegwerfen von unzähligen Notizen beschloss ich, die Informalität in Peru anhand des Beispiels von Polvos Azules zu erläutern. Es ist mit Sicherheit ein interessantes Thema und ein Problem, mit dem sich heutzutage die meisten Entwicklungsländer auseinandersetzen. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob sich die anderen Teilnehmer in so einer kurzen Zeit in eine dermaßen unterschiedliche Wirklichkeit versetzen konnten. Obwohl es riskant war, entschloss ich mich schließlich doch für das Thema und bereitete ein siebenminütiges Referat vor.

Zwei Tage lang haben wir über unsere jeweiligen Themen diskutiert und zum Teil faszinierende Ideen ausgetauscht. Zusätzlich zu diesen Diskussionen führte man Einzelgespräche mit den Kommissionsmitgliedern über den eigenen Lebenslauf. Trotz der Anstrengungen und hohen Forderungen von diesem Wochenende hatte ich eine wunderschöne Zeit mit den anderen Leuten.

Einige Wochen später bekam ich einen Brief der Studienstiftung mit einer Zusage, worüber ich mich natürlich unheimlich freute. Neben der finanziellen Förderung bietet die Studienstiftung auch Seminare, Auslandsexkursionen und Sprachkurse, die für mich eine große Bereicherung zum Studium bedeuten.

Lorenzo Costa, ehemaliger Schüler