Sergio Barandiarán (prom 1983)

Sergio ist Vollblut-Sprachwissenschaftler, spricht sieben Sprachen und unterrichtet einige davon seit seinem 19. Lebensjahr. Er hat Hispanistik und Germanistik (M.A.) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert. Heute lebt er in Frankfurt a.M., unterrichtet Spanisch, schreibt und reist um die Welt. Am liebsten würde er jedoch bald in Rente gehen, viel schreiben oder das süße Nichtstun genießen.

In seinen eigenen Worten: „Seit meiner Kindheit liebe ich Sprachen und Literatur. Der Auslöser, um “ernsthaft” – wenn man es in meinem Fall so ausdrücken kann – zu schreiben, kam bei der Lektüre von „El síndrome de Ulises“ vom kolumbianischen Autor Santiago Gamboa. Mit jeder neuen Figur, die ihre eigene Geschichte innerhalb der Hauptgeschichte erzählte, fragte ich mich, wen ich aussuchen würde, wenn ich selbst ein Ulises erschaffen sollte. So entstand Coctel Selva Negra (Lima, 2009), ein Episodenroman um das Leben des peruanischen Studenten Carlos, der nach Freiburg geht und sich in die charmante Uni-Stadt sowie in andere Figuren verliebt, die in Bezug auf Nationalität, Geschlecht und Persönlichkeiten unterschiedlicher nicht sein könnten.“

Die Ähnlichkeit mit der Realität ist kein Zufall, erzählt Sergio, sondern die logische Folge seiner Lebenserfahrung… und einige alte Freunde, die sich im Coctel Selva Negra wiedergefunden haben, haben ihm in der Tat die Freundschaft gekündigt.

Im August wird Sergio sein zweites Buch in Lima vorstellen, Sarah, Fogo y Hielo, eine bittersüße exotische Geschichte, erzählt in einer sehr direkten Art und Weise: es gibt keinen „Erzähler“ als solches, sondern nur Bruttomaterial – Notizen eines Tagesbuches, Zeitungsausschnitte, Emails, Chats und Gespräche.

An einem kalten Januartag finden deutsche Wanderer den leblosen Körper einer Frau in den Rheinauen, in der Nähe des Dreiländerecks mit Frankreich und der Schweiz. Nachdem die Polizisten aller drei Länder alarmiert werden, stellt sich bald heraus, dass es sich um Sarah Widmer handelt, eine junge Medizinstudentin aus Basel.

Aber was konnte mit dieser zwanzigjährigen, vorbildlichen Tochter passiert sein? Basierend auf Dokumenten, Dialogen, Nachrichten, Briefen, Chats, Emails und Notizen aus Sarahs moleskine, rekonstruiert der Autor die letzten 10 Monate dieses Mädchens. Besondere Aufmerksamkeit bekommt das halbe Jahr, das Sarah auf der Insel Fogo verbrachte, wo sie sich in eine völlig andere Welt als ihre Heimat verliebte. Sarahs Reisenotizen verweben sich mit der späteren Reise ihres Patenonkels Karl nach Fogo auf der Suche nach Informationen über Sarahs Aufenthalt auf den Kapverden, um sie ihren Eltern zu vermitteln. Vielleicht gibt es doch einen Zusammenhang zwischen Sarahs Leben auf Fogo und ihrem unerwarteten Tod?

Zunächst einmal: ich schreibe auf Spanisch und das hat keinerlei kommerzielle Relevanz für deutsche Verlage, es sei denn du wirst ein Massenphänomen in der deutschen Übersetzung. Aber dieses Phänomen hat noch nicht stattgefunden. Also habe ich mich um die Veröffentlichung in einem spanischsprachigen Land bemüht…und was wäre da besser als die eigene Heimat?

Die Farbe Grau, die seidige Meeresluft am Malecón, Nieselregen auf der Nase, Menschenmassen, Automassen, Familienporträts, die Asche meines Vaters, die Asche meiner Schwester, frisch gemixter Pisco sour, die uralte Huaca Pucllana und das hochmoderne Teatro de la Nación, täglicher Januarnebel und unerwarteter Sonnenschein im August, Villenviertel Las Casuarinas und südlich der Mauer der soziale Brennpunkt Pamplona Alta, die Halbinsel La Punta und der Hügel vom Morro Solar, der koloniale Palast von Torre Tagle und der Tower des Marriot Hotels.

Mehr über Sergio und seine Reisen in seinem Blog muchachoinquieto.blogspot.com.

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